HAZEL AND HER COMPANY

HAZEL AND HER COMPANY

» Klar kann man einen Beagle mit ins Büro nehmen! « So der Plan vor 2 1⁄2 Jahren, als ich überglücklich und voller Stolz meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen mein neun Wochen altes Beagle Mädchen Hazel vorstellte.

Nach drei Wochen intensiven Kennenlernens und einer schönen gemeinsamen Urlaubszeit, wurde es ernst. Die kleine Hazel hatte ihren ersten Bürotag in der Immobilienagentur Quartier Acht – Exklusive Immobilien in Münchens Vorort Grünwald. Wunderschöne Häuser, anspruchsvolle Kunden, 12 Kollegen und Kolleginnen in schicken Anzügen, Etuikleidern, besonders feinen Strumpfhosen und High Heels.
Der Verbrauch von Feinstrumpfhosen und Fusselrollen wird in den nächsten Wochen drastisch steigen, aber dazu später mehr.

Der Weg ins Büro dauerte länger. An einem Beagle Welpen kommt niemand vorbei, auch nicht um 8 Uhr morgens.
Es wurde gestreichelt, geknuddelt und ihre Schönheit bestaunt. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, was sich in den darauffolgenden Monaten bestätigte: Für mich interessiert sich definitiv niemand mehr. Hazel ist die neue Nummer Eins.

Im Büro angekommen, wurden alle Kollegen begrüßt und bereits schon jetzt emotional um den Finger gewickelt, die Arbeitsplätze und Papier-Mülleimer inspiziert, die neu eingerichteten Leckerli-Schubläden der Kollegen registriert und die ersten Strumpfhosen bei stürmischen Begrüßungen zerrissen. Die Erstausstattung Fusselrollen habe ich übernommen, denn diese Beagle Haare…!
Sie wissen schon.

In den nächsten Tagen gestaltete sich Hazel ihren Büroalltag folgendermaßen:
Morgens eine Stunde Spaziergang durch die Straßen von Grünwald, den Schlafplatz zwischen Terrasse und Bett unter dem Schreibtisch wechseln, Leckerlis bei den Kollegen einfordern, andere Hunde durch das Schaufenster anbellen, stundenlang Rinderknochen zerlegen und natürlich die herzliche bzw. stürmische Begrüßung der Kunden – vor allem der männlichen, denn schließlich ist sie ja ein Mädchen!

Hazel wurde größer, selbstbewusster, selbstsicherer und natürlich immer schöner – das weiß sie übrigens! Es muss ihr mit uns wohl irgendwie langweilig geworden sein, denn sie beschloss, ab sofort unseren Arbeitstag beagletechnisch mit »Entertainment« zu füllen.

Lineale und andere Büroutensilien wurden von Schreibtischen geklaut, Osterdekoration in Einzelteile zerlegt und ins Besprechungszimmer transportiert,  Äste aus dem Adventskranz gezogen und euphorisch die Amazon Päckchen der Kollegen geöffnet. Hazel steckt neugierig vor Meetings den Kopf in die Designertaschen der Kundinnen – Sicherheitskontrolle, versteht sich!

Die Rückgewinnung dieser Gegenstände? Filmreif.

Elegant gekleidete Blondinen rennen panisch einem selbstbewussten Beagle hinterher, jagen ihn auf Pumps durch das Besprechungszimmer und beseitigen hektisch vor dem nächsten Kundentermin, zerfetzte Plastik-Überziehschuhe, Reste von zerkautem Rinderknochen oder einen in seine Einzelteile zerlegten Kugelschreiber.

Doch um es auf den Punkt zu bringen:

Im Büro wird viel gelacht, meine Kollegen strahlen, wenn sie morgens von Hazel begrüßt werden; vor wichtigen Gesprächen zaubert sie jedem noch so angespannten Kunden und Kollegen ein Lächeln ins Gesicht und schafft etwas, dass wohl so kaum in Worte zu fassen ist.
Sie ist es, die von allen Kollegen rührend umsorgt, gestreichelt und (regelmäßig) gefüttert wird. Wenn Sie schläft (und schnarcht!) wird leise telefoniert und wenn sie nach Draußen möchte, wird ihr selbstverständlich die Tür zur Beagle eigenen Terrasse geöffnet.

Jetzt haben auch wir verstanden, was Hazel längst klar war: » HAZEL AND HER COMPANY « und nicht anders herum!
xxx Angelika

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